St. Gunther
Grund- und Mittelschule

  • Grund- und Mittelschule Rinchnach

    Gehmannsberger Str. 10
    94269 Rinchnach
    Tel. 09921 9717040 (Sekretariat)
    09921 97170412 (Rektor)

  • Wir sind eine Schule, in der...

    ...wir die uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler auf zukünftige Schullaufbahnen bzw. das Berufsleben vorbereiten und dabei ihre Eigeninitiative stärken wollen.

  • Wir sind eine Schule, in der...

    ...wir miteinander ein angenehmes Umfeld und Lernklima schaffen wollen.

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Projekttag zur Schreibmotorik

"Wahnsinn", sagt Andreas Finke, als er den Brief sieht, der da in dem Klassenzimmer der 7. Klasse in der St.-Gunther-Volksschule an die Wand gepinnt ist. Er stammt aus dem Jahr 1944. Ein Soldat der Wehrmacht, der aus Rinchnach stammt, hatte ihn aus Frankreich heim in den Bayerwald geschickt. Wie gedruckt reihen sich die Sütterlin-Buchstaben aneinander. Die Mittelschüler staunen ob dieser exakten Schrift. Das Schreiben mit der Hand stand gestern an der Rinchnacher Schule im Mittelpunkt. Von der ersten bis zur neunten Klasse beschäftigten sich alle Schülerinnen und Schüler mit der Kulturtechnik des Schreibens. Die scheint in der Krise zu sein – würde es sonst einen "Tag der Handschrift" geben, der gestern begangen worden ist?

"Ja, es ist schon schlechter geworden mit der Handschrift in den vergangenen Jahren", bestätigt Rektor Bernhard Schell. Damit meint er nicht unbedingt den Mangel an Schönschrift, eher schon den Mangel an Lesbarkeit. Heidi Graßl, die die 9. Klasse unterrichtet, stimmt zu. Ab und zu passiere es schon, dass sie ein abgegebenes Blatt mit einem diagonalen roten Strich versieht, weil die Buchstaben darauf so verunstaltet sind, dass das Lesen einem Ratespiel gleicht. "Dann muss nochmal geschrieben werden", sagt sie und bescheinigt ihrer Klasse: "Viele schreiben sehr gut, einige müssen sich ein bisschen anstrengen, damit es leserlich wird." So haben die Eltern und Großeltern geschrieben. Die Unterschiede zwischen den Generationen zeigen Schriftproben in der 7. Klasse von Thomas Simmel. Dass sich die Rinchnacher Grund- und Mittelschule so intensiv mit der Handschrift beschäftigt, das liegt auch an Konrektorin Kerstin Detto, die in einem Forschungsprojekt beteiligt ist, in dem es darum geht, wie den Grundschülern das Schreiben am besten beigebracht werden kann. Es geht auch um die Übung; nicht zu verwechseln mit dem Drill, mit dem Schüler früherer Generationen zur Schönschrift erzogen worden sind. "Die Schönheit ist nicht das wichtigste Kriterium", sagt Kerstin Detto, "wichtig ist die Lesbarkeit und dass die Kinder lernen, auch ausdauernd und zügig zu schreiben." In ihrer Klasse gehört auch in der vierten Jahrgangsstufe eine Stunde Schreibunterricht in der Woche zum normalen Programm. Ein Training, das wohl wirkt, wenn man hört, wie Kerstin Detto von den Handschriften ihrer Schülerinnen und Schüler schwärmt. "Schreiben ist eine Kulturtechnik, sie drückt Individualität und Charakter aus", sagt Schulamtsdirektor Mark Bauer-Oprée, der gestern auch in Rinchnach vorbeischaute. Durchaus nicht ganz unschuldig daran, dass die Kinder von heute beim Schreiben nicht mehr so fit sind wie vor 20 oder 30 Jahren, sind die Schulen selbst. Digitalisierung, Computernutzung – kann hilfreich sein im Unterricht. Aber: Wer nur noch tippt und wischt, der schreibt weniger mit der Hand und tut sich so vielleicht ein wenig härter. "Es geht aber nicht um die Konkurrenz zwischen Digitalisierung des Unterrichts und der Handschrift, es geht darum, die Handschrift nicht zu vernachlässigen", sagt Kerstin Detto. Deren Aktivitäten hatten in Rinchnach ein ganz erstaunliches Medienecho. Ein ZDF-Team drehte in der Schule, SAT1 und Donau TV waren auch auf die Rinchnacher Handschriften-Aktivitäten aufmerksam geworden. Beim Stationenlauf durch die Schule gab es für die jungen Schreiber viel zu entdecken: Wie malt man chinesische Schriftzeichen? Welche Schwingübungen bringen die richtigen Kurven in die Buchstaben? Wie haben die früheren Generationen geschrieben? Über die Resonanz, die der Tag bei Schülern, Lehrern und der Öffentlichkeit gefunden hat, freut sich Kerstin Detto. Und noch ein bisschen mehr freut sie sich über eine Aussage eines Schülers, der meinte, dass das Schreiben mit der Hand entspannend wirke, wenn es in der Schule mal wieder sehr stressig war.

(Text: M.Lukaschik/PNP vom 24.01.19)

 

    

(Fotos: Lukaschik/PNP)